Abrufbarkeit bei Begegnungen mit anderen Hunden
Wer kennt das nicht? Ohne Ablenkung klappt der Rückruf des eigenen Hundes schon ganz gut, aber sobald ein anderer Hund am Horizont auftaucht, ist es, als wäre alle Erziehung vergessen. Dein Hund scheint auf Durchzug zu schalten und es gibt kein Halten mehr – der andere Hund muss unbedingt begrüßt werden.
Für ein effektives Training sind folgende Dinge wichtig:
- Eine Schleppleine
- Besonders attraktive Leckerchen
- Ein zweiter, gelassener Hund, am besten einer, den dein Hund gut kennt und mag
Bevor du mit diesem Training beginnst, sollte dein Hund bereits ohne größere Ablenkung gut abrufbar sein. Wenn das noch nicht der Fall ist, übe zuerst den Rückruf in ruhigerer Umgebung, bevor du die Herausforderung mit anderen Hunden angehst.
1. Schritt
Der zweite Hund steht mit seinem Menschen in einiger Entfernung. Dein Hund ist an einer 10-Meter-Schleppleine, die am Brustgeschirr befestigt ist. Gehe mit deinem Hund in Richtung des anderen Hundes. Wenn dein Hund etwa fünf Meter in diese Richtung gelaufen ist, ruf ihn freundlich zu dir zurück. Kommt er zu dir, lobe ihn überschwänglich und belohne ihn mit den besonders tollen Leckerchen.
Wichtig ist, dass du anfangs einen Abstand wählst, den dein Hund gut bewältigen kann.
Achte darauf, dass dein Hund nicht mit voller Wucht in das Ende der Schleppleine rennt, auch wenn er ein Brustgeschirr trägt, kann das schmerzhaft sein.
Wiederhole diesen Schritt zwei- bis dreimal und übertreibe es nicht mit den Wiederholungen. Wenn dein Hund freudig zu dir zurückkommt, kannst du ihn als zusätzliche Belohnung mit dem anderen Hund spielen lassen. So lernt dein Hund, dass der Spaß nicht vorbei ist, wenn er zurückgerufen wird, sondern dass er danach (in der Regel) trotzdem noch spielen darf.
Nun kannst du die Übung langsam schwieriger gestalten: Verringere den Abstand zum anderen Hund schrittweise, lasse den anderen Hund mit seinem Menschen spielen und wiederhole das Training.
Wenn der Rückruf an der Leine gut funktioniert, kannst du die Übung wieder mit größerem Abstand beginnen, dieses Mal aber ohne Leine!
Denke daran, nicht zu viel auf einmal zu üben und sorge dafür, dass die Belohnung immer besonders attraktiv ist, damit die Motivation deines Hundes hoch bleibt!
Notfallsignal:
Das Notfallsignal soll deinen Hund auch aus extrem hoher Ablenkung zuverlässig zu dir zurückrufen, zum Beispiel, wenn er hinter einem Hasen herjagen möchte.
Wichtig:
1. Woche:
Übe das Signal täglich ein- bis zweimal. Drehe dich dabei selbst um und laufe von deinem Hund weg. Kommt er zu dir, freue dich überschwänglich und mach eine richtige Party daraus. Es gibt eine „Jackpot“-Belohnung.
2. Woche:
Übe weiterhin ein- bis zweimal täglich. Jetzt läufst du nicht mehr weg, aber du freust dich immer noch wahnsinnig, wenn dein Hund kommt, und belohnst ihn mit einem „Jackpot“.
3. Woche:
Übe das Signal nicht mehr jeden Tag und reduziere die Häufigkeit, damit es spannend bleibt. Auch wenn das Training seltener wird, bleiben die „Jackpot“-Belohnung und die große Freude erhalten.
Jackpot-Belohnung:
Eine besonders tolle Belohnung, die dein Hund sonst nicht bekommt. Gib ihm viele kleine Stücke nacheinander, statt ihm eine Handvoll auf einmal zu geben, die er mit einem Happs verschlingt.
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